| Faszination des Blauen, die Cyanotypie
Eine Arbeit, geschrieben von Rainer Kassel, Bielefeld, im Rahmen einer Diplomarbeit an der FH Bielefeld ca. 1991/92.
Einleitung Die folgenden Seiten erläutern die Anfänge und weitere Entwicklungen des Verfahrens und eröffnen dem praktischen Teil den dazugehörigen historischen Hintergrund. Eine weitergehende Betrachtung des Blaus beleuchtet die dem Verfahren immanente Farbe durch wissenschaftliche und philosophische Ansätze. Die Rezepte im praktischen Teil wurden experimentell nachvollzogen und auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Sie sollten aber trotzdem durch eigene Versuche den persönlichen Bedürfnissen angepaßt werden. Diese Zusammenstellung soll das Verfahren der Cyanotypie die neben dem großen Bruder Platinotypie ein Schattendasein führt, etwas mehr in das Licht des fotografischen Geschehens rücken. Für den einfachen und kostengünstigen Blaudruck, der schon im letzten Jahrhundert zum Lichtpausverfahren degradiert wurde, wäre ein erweitertes Anwendungsfeld wünschenswert, das von der didaktischen Einführung der Fotografie in Schulen bis hin zu ungewöhnlichen künstlerischen Anwendungen reichen kann.
Die Cyanotypie - ein historisches Bildverfahren.Johann Wolfgang Doebereiner erkannte schon 1831 die
Lichtempfindlichkeit des Ferrioxalats und veröffentlichte die Grundlage von diesem
photochemischen Prozeß, der zur späteren Erfindung der Cyanotypie und des Platindrucks
führte. Das Verfahren der Cyanotypie gehört zu den ältesten Kontaktkopierverfahren. Es
wurde zum erstenmal im Jahre 1842 von dem englischen Astronom Sir John Herschel in einem
Memorandum an die Royal Society mit dem Titel "On the Action of the solar
Spectrum" genau beschrieben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das
Verfahren zur industriellen Fertigung von Lichtpauspapier eingesetzt. Neben der
Platinotypie gehört die Cyanotypie zu den lichtbeständigsten fotografischen Verfahren. Um das Verfahren der Cyanotypie herum bildete sich in der durch die industrielle Revolution geprägten zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein kleiner Industriezweig. Es entstanden große automatische Streichmaschinen für Lichtpauspapiere, einfache Lichtpausmaschinen und solche mit angeschlossener Spülung und Trocknung und zuletzt natürlich auch Kopierrahmen, die in der größten Ausführung sogar Vakuumsaugpumpen verwendeten, um Original und Pauspapier im engen Kontakt zu halten. Bis um 1920 verwendeten Fotoamateure das Verfahren zur Herstellung günstiger Probeabzüge von ihren Negativen. Noch heute kann man die Chemikalien in den Lernspielkästen für Kinder von der Firma "Kosmos" finden. Zu einer historisch bemerkenswerten Anwendung der Cyanotypie kam es während des Burenkrieges um 1900 in Südafrika, als die Stadt Mafeking sieben Monate von den Buren belagert wurde. Die Vorräte an Geld und Briefmarken gingen aus. Der englische General Baden-Powell, der die Stadt verteidigte, sah nur den Ausweg, beides selbst zu drucken. Er wandte sich an den Amateurphotographen E. J. Ross, der wegen der Eierknappheit kein Albuminpapier herstellen konnte und das einfache und praktische Verfahren des Eisenblaudrucks einsetzte. Von Baden-Powells Entwurf einer Ein-Pfund-Note wurden fünf Negative und jeweils hundert Abzüge hergestellt. In der "Münze", die sich in einem Unterstand befand, konnte Ross pro Tag zwanzig Scheine drucken. Um Fälschungen zu verhindern, wurden diese Geldscheine mit zwei echten Unterschriften in Verkehr gebracht. Nicht anders war es zur gleichen Zeit mit den Briefmarken von Mafeking bestellt, die nach der Vervielfältigung mittels der Cyanotypie in Umlauf kamen. Die Eine-Pence-Marke zeigt einen Radfahrer der sog. "Iocal Post", die Drei-Penny-Marke zeigte den General persönlich. So zählen diese unfreiwilligen Beiträge der Fotogeschichte zur Rarität von manchen Philatelisten.
Die Faszination des BlauenDie Farbe Blau entsteht zwangsläufig bei dem Zusammenwirken der
beiden an dem Prozeß beteiligten Chemikalien Ammoniumeisen(III)-Citrat und
Kaliumhexacyanoferrat-III.
Deutlich wird dabei, daß man nicht von der Farbe Blau spricht, sondern von einer Farbempfindung. Die Naturwissenschaft ist sich einig: unsere Außenwelt ist farblos. Das scheinbar objektive Sehen unserer Augen ist nur Imagination. Vielleicht ist die Cyanotypie gar nicht blau, und unsere Farbempfindung hat uns getäuscht? Auch wenn es sich um eine Täuschung handelt, so wurde die Menschheit beim Betrachten von allem Blauen schon lange hinter das Licht geführt. Gab es doch den wertvollen indigo der anfänglich verboten war und als "fressende Teufelsfarbe" bezeichnet wurde um den heimisch angebauten Wald nicht zu verdrängen Die Waidpflanze lisatis tinctoria1 wurde schon im 3 Jahrhundert zum blauen Färben benutzt, und der Indigo konnte sich, nicht zuletzt durch landesspezifische Verbote, nur langsam durchsetzen. Dieses Verfahren übten gelernte Blaudrucker aus, und die Blaufärberei war ein eigenständiges Handwerk. Blau ist auch die Farbe der Literaten. In dem Märchen "Das blaue
Licht" von den Gebrüdern Grimm ist es die Farbe der Götter und Geister. Bei
"Heinrich von Ofterdingen" von Novalis ist es die blaue Blume, die der Jüngling
in seinem Traum zu erblicken hofft. Der positive und der negative Cyanotypie-ProzeßBeide Prozesse basieren auf der 1842 von Herschel veröffentlichten
Schrift und beruhen auf der Erkenntnis, daß das Ammoniumeisen-III-Citrat lichtempfindlich
ist. Bei der Kombination mit dem Kaliumhexacyanoferrat-III entsteht nach der Belichtung an
den belichteten Stellen eine Abart des Berliner-Blau, das sog. Turnbullblau. Dies stellt
die Grundlage des Verfahrens dar und erlaubt günstige, qualitativ hochwertige negative
Kopien von den Vorlagen zu erhalten. Herschel beschreibt am 17. November 1842 das positiv arbeitende Verfahren:
Auch Baudesson und Houzeau beschrieben 1863 einen ähnlichen
Kopierprozeß, konnten den Fehler aber ebenso nicht beseitigen. Erst Pellet
vervollkommnete das Positivverfahren 1877 indem er zusätzlich Gummi arabicum und
Eisenchlorid einsetzte, um mit einer gelben Blutlaugensalzlösung zu entwickeln und einem
abschließenden verdünnten Salzsäurebad zu klären. Eine weitere Verbesserung erfuhr der
Prozeß 1881 durch Pizzighelli, der ein modifiziertes Verfahren zur praktischen Ausübung
beschrieb. Später wurde noch erkannt. daß die Empfindlichkeit durch Zugabe von Oxalsäure oder Ammoniumoxalat erhöht werden konnte und durch den Zusatz von Ammoniumbichromat die Intensität des Blaus und die Reinheit des Weißen gesteigert werden konnte. Nach ausreichender Belichtung und Entwicklung unterscheidet man neben dem reinen Berliner-Blau noch das basische Berliner-Blau, das durch die Einwirkung von Säuren zum reinen umgewandelt wird. Lösliches Berliner-Blau entsteht, wenn der Anteil des Hexacyanoferrats zu groß ist. Bei der Entwicklung löst sich das durch die Belichtung gewonnene BIau im Wasser. Dies kann man auch deutlich in der Praxis erkennen. Das Wasser sollte nach der Entwicklung nicht blau. sondern gelbgrün sein. Bei einer richtigen Sensibilisierung entsteht das blaue Bild an den belichteten Stellen. Es handelt sich um eine mechanische Ablagerung des Turnbull-Blaus, das sich um die Papierfaser oder auf einem anderen geeigneten Träger ablagert. Chemikalien, Zubehör und Rezepturen.Bevor die praktische Arbeit beginnt, sollte man sich neben den notwendigen Chemikalien auch sinnvolles Zubehör besorgen. Obwohl man für das negative Verfahren zwingend nur die ersten zwei der aufgelisteten Chemikalien benötigt, und die Töpfchen für erste Versuche einer gut ausgestatteten Küche entnehmen kann, sollte man doch die Kosten und Mühen nicht scheuen und sich im Laufe der Zeit professionelle Gerätschaften zulegen, um eine annehmbare Konstanz in die Verfahren zu bringen. Sorgfältiger Umgang mit Chemikalien und strenge Sauberkeit vermeiden nicht nur körperliche Schäden, sondern helfen auch Fehlern vorzubeugen Chemikalien müssen je nach ihren toxikologischen oder ökotoxikologischen Eigenschaften entsorgt werden. (Siehe weiterführende Literatur) Chemiekalienliste mit Synonymen aus alter Literatur:Die umfangreiche Synonymliste dient der leichteren Orientierung in der Fachliteratur der vergangenen 150 Jahre. Ammoniumeisen(III)-Citrat grün Kaliumhexacyanoferrat-(III) Kaliumhexacyanoferrat-(II) Chromalaun Eisen(III)-Chlorid Kaliumoxalat Kaliumhydroxyd Kaliumpermanganat Ammoniumperoxyddisulfat Natriumcarbonat Ammoniumdichromat Salzsäure Gelatine weiß, Pulver. Gummi arabicum. Destilliertes Wasser.
Zubehör:
Rezepturen:Gelatinelösung
Die Gelatine eine halbe Stunde in kaltem Wasser vorquellen lassen. Danach in heißem Wasserbad auflösen. Wenn sich die Gelatine vollständig gelöst hat die Chromalaunlösung zusetzen. Chromalaunlösung
Das Chromalaun in dem dest. Wasser auflösen und durch einen Filter in eine Chemikalienflasche gießen. Die Lösung ist lange haltbar.
Negativer Grund-Cyanotypieprozeß nach Rainer KasselStammlösung 1:
Ansatz unbedingt im Kühlschrank aufbewahren, da er zur Schimmelbildung neigt (evtl. Zugabe von einigen Tropfen Kaliumpermanganat 1%, um einer Schleierbildung vorzubeugen). Stammlösung 2:
Beide Stammlösungen durch einen Filter in lichtgeschützte Vorratsflaschen geben. Getrennt sind beide Lösungen im Kühlschrank lange haltbar. Beide Vorratslösungen werden bei Gebrauch zu gleichen Teilen gemischt. Es ergibt sich ein Mischungsverhältnis von 1 : 0.64.
Nachbehandlung und Tonung beim negativen Prozeß:Klärungsbad
Brilliant-Endbad (Schönen der Cyanotypie)
Cyanotypien werden brillianter wenn man sie nach dem Trocknen in ein Bad aus 10 ccm 20%iger Ammoniumdichromatlösung je Liter Wasser legt Anschließend folgt die Endwässerung. Retuschierlösung Zur Detailwegnahme
Zum Schreiben kann die Lösung mit Gummi arabicum angesetzt werden, damit die Buchstaben nicht ausfließen Tonung in schwarze TintenbilderAbschwächerbad
Tonungsbad:
Vorlagen und TrägermaterialienDa es sich um ein Kontaktkopierverfahren handelt benötigt man negative oder positive originalgroße Vorlagen, je nachdem welches Verfahren angewandt wird. Der Blaudruck bildet nur eine stark reduzierte Tonwertskala eines normalen Negativs ab und eignet sich nicht, um hochwertige Abzüge in der bildnerischen Fotografie herzustellen Dagegen ist es ein gutes Medium für Fotogramme, bei denen auch die sonst teueren großformatigen Negative wegfallen. Besonders interessante Vorlagen sind digitalisierte Schrift- und Rasterfilme, die man mit dem Computer selbst gestalten kann, um sie in einem Belichtungsstudio negativ ausbelichten zu lassen. Mit diesem Verfahren kann man durch Rasterung in einem Abzug gezielte prozentuale Blautöne erhalten. Grundsätzlich kann aber jede transparente Vorlage verwendet werden.
Eigentlich bräuchte man bei der Cyanotypie überhaupt nicht über das Trägermaterial zu sprechen. Auf fast allem läßt sich ein Blaudruck anbringen. Wenn die Oberfläche zu glatt ist, muß sie gelatiniert werden. Bei der Auswahl des Trägers sollte trotzdem folgendes beachtet werden: Der Untergrund braucht einen gewissen Grad an Festigkeit, um eine zweimalige Wässerung zu überstehen. Bei einer mehrfachen Belichtung ist das Schrumpfverhalten zu berücksichtigen. Es bietet sich an, das Material in einem zehnminütigen Wasserbad vorschrumpfen zu lassen. Man achte darauf, daß langsam und nicht warm getrocknet wird. Einige Kartons, vor allem solche, die kaschiert sind, enthalten Chemikalien die sich bei der Beschichtung lösen und eine lichtempfindliche Sensibilisierung nicht möglich machen. Bei textilen Stoffen wie Baumwolle. Leinen oder Seide sollten reine hundertprozentige Materialien ohne Kunststoffanteil verwendet werden. Die BeschichtungGlatte oder zu faserige Papiere und Untergründe wie Glas, Kunststoff oder Metalle müssen vor der Sensibilisierung mit einem Gelatineüberzug versehen werden. Gelatine wird durch Kochen tierischer Bestandteile, wie Sehnen, Knorpel oder Knochen gewonnen. Bei Papieren empfiehlt sich eine 5-%ige, bei Glas und anderen glatten Materialien eine 10-%ige Vorgelatinierung. Baumwolle, Leinen oder Seide werden ein-oder zweimal in 1-%iger Gelatinelösung gebadet. Dabei wird die abgewogene Menge an Gelatine eine halbe Stunde in destilliertem Wasser zum Vorquellen angesetzt. Wenn man die Substanz nicht quellen läßt, wird sie braun, sie "brennt an". Danach wird die Gelatine in einem heißen Wasserbad geschmolzen. Um die Gelatine zu härten, kommt eine schwache Chromalaunlösung hinzu. Es ist zu beachten, daß nach dem Zugeben des Chromalauns das Gemisch noch nachdickt. Danach wird die noch sehr heiße Gelatine mit einem flachen, breiten Borsten- oder Schaumstoffpinsel auf den Träger aufgebracht, wobei das Gefäß im heißen Wasserbad bleiben sollte. Die Gelatine darf in der Zeit des Auftragens nicht abkühlen, da sie sonst erstarrt, und eine glatte Beschichtung nicht mehr möglich ist. Bei der Beschichtung von Glas empfiehlt sich, die Platte mit einem Fön oder einer Heizmatte aufzuwärmen, um eine gleichmäßige Gelatinierung zu erhalten. Das Verhältnis der beiden an dem negativen Prozeß beteiligten Chemikalien ist nach eigenen Untersuchungen ziemlich variabel. Auch die veröffentlichten Rezepturen weisen diesbezüglich einige Toleranzen auf. Herschel gibt bei seinen Originalüberlieferungen keine Mengenangaben an. Die Belichtung und Entwicklung.Nachdem die lichtempfindliche Schicht auf dem Träger vollständig durchgetrocknet ist, kann die Belichtung erfolgen. Das Kopieren in der Sonne ist am einfachsten und für erste Versuche gut geeignet. In der Mittagssonne ergeben sich Belichtungszeiten von 6 - 12 Minuten. Leider liefert diese Art des Belichtens keine konstanten Ergebnisse. Um reproduzierbare Kopien zu erhalten, sollte man mit Kunstlichtquellen arbeiten. Es eignen sich nur Lampen mit einem hohen UV-Anteil. Besonders geeignete Punktlichtquellen sind die teueren Halogen-Metalldampflampen oder die preiswertere Osram Vitalux 300 mit E 27 Schraubfassung. Um großflächige Cyanotypien zu kopieren, benötigt man Belichtungskästen, die mit UV-Schwarzlichtröhren bestückt sind. Bei diesen künstlichen Lichtquellen ergeben sich Belichtungszeiten von 5 - 15 Minuten. Die Vorlagen werden in einem Kontaktkopierrahmen belichtet. Eine richtig belichtete Cyanotypie ist in den Schatten grau und in den Lichtern noch blau. Prinzipiell sollte man lieber reichlicher belichten, da die Kopien beim Entwickeln viel heller werden. Bei der Belichtung von Textfilmen ist eine absolute Planlage des Films notwendig, die aber bei großen Objekten nicht mehr gewährleistet ist. Abhilfe schafft nur ein auch in der Drucktechnik eingesetzter Vakuumsaugrahmen. Das Entwicklerbad besteht aus Leitungswasser. Die Cyanotypie verbleibt mit der Schichtseite nach unten drei bis vier Minuten im Wasserbad und sollte am Anfang nicht zu stark bewegt werden. Bei glatten Trägern muß ganz vorsichtig entwickelt werden, damit das gewonnene Turnbull-Blau in der empfindlichen Gelatineschicht sich nicht im Wasser löst. Nach der Entwicklung, die auch gleichzeitig die Fixierung bildet und vollständiger Trocknung, können Cyanotypien entsprechend der angegebenen Rezepte nachbehandelt oder getont werden. Blaue Flecken und Fehler können ganz einfach mit einer Kaliumoxalatlösung wegretuschiert werden. Mit der gleichen Lösung kann man auch mit einer Ziehfeder auf belichtete Stellen schreiben. Eine endgültige Beurteilung der Cyanotypie ist erst nach dem Trocknen möglich, da erst dann das tiefe Turnbullblau anstelle des Himmelblau des nassen Druckes tritt. Cyanotypien sind lange haltbar, was man an den noch erhaltenen Originalen von Anna Atkins erkennen kann. Trotzdem sollte man sie keiner permanenten Sonnen- und Lichteinwirkung aussetzen, da das Blau im Laufe der Jahre verblassen würde. Folgende Zusammensetzungen von Ammonium-eisen(lll)-Citrat und Kaliumhexacyanoferrat-(lll) konnten in der zur Verfügung stehenden Literatur gefunden werden: Valenta 1897 1 : 0,36 (mit Ammoniumoxalat zur Empfindlichkeitssteigerung) Krone 1907 1 : 0,64 Eder 1929 1 : 0,54 (mit braunem Ammoniumeisen(lll)-Citrat) Eder 1941 1 : 0.36 Wade 1978 1 : 0.68 Heidtmann 1979 1 : 0.40 Arnow 1982 1 : 0.50 Die Zusammensetzung der von mir eingesetzten Lösung liegt nach mehrjähriger Erfahrung bei 1 : 0.64. Versuchsreihen ergaben brauchbare Blau- und Kontrastwerte bei Zusammensetzungen von 1 : 0.39 bis 1 : 0,91. Vor Gebrauch mischt man die benötigte Menge aus gleichen Teilen der beiden Stammlösungen. Ein geringer Zusatz von Ammoniumdichromat verstärkt das Blau. vermindert aber die Lichtempfindlichkeit. Schwache Oxalsäurelösung erhöht die Empfindlichkeit, reduziert aber die Haltbarkeit. und die Beschichtung neigt eher zur Schleierbildung. Persönlich bevorzuge ich das Standardverfahren mit anschließendem Brilliant-Endbad. Das Gemisch ist nun lichtempfindlich und weitere Arbeitsschritte sollten im Dämmerlicht geschehen. Die Sensibilisierung geschieht mit Pinsel, kleinen Kartonstücken oder einem sog. Reagenzglaspinsel, den man sich leicht selbst herstellen kann. Auf das mit der lichtempfindlichen Mischung gefüllte Reagenzglas wird ein Wattestopfen gesteckt Mit diesem einfachen Gerät lassen sich Beschichtungen nach dem Prinzip des Filzstiftes durchführen. Bei dem Blanchard Brush handelt es sich um ein handliches Stück Glas, an dessen Ende mit einem Gummiring Verbandzellstoff oder dünner Schaumstoff angebracht wird. Bei glatten Materialien wie Glas empfiehlt sich nach dem Trocknen eine zweite Gelatineschicht aufzubringen, damit beim Entwickeln die Halbtöne besser erhalten bleiben und die im nassen Zustand sehr empfindliche Beschichtung geschützt wird. Das so hergestellte lichtempfindliche Material sollte spätestens nach ein bis zwei Tagen verwendet werden.
Quellen und weiterführende Literatur in chronologischer Anordnung.Atkins, Anna Snelling, Henri Hunt Martin, Anton Georg Towler, M D. Mercator, G. Krone, Hermann Eder, Josef Maria Eder, Josef Maria Eder, Josef Maria Baier, Wolfgang Fischer, Julius Wade, Kent E. Heidtmann, Frank Arrow, Jan Gernsheim, Helmut Jäger, Gottfried Lochmann, Angelika Baumann, W.
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