Salzprint
Die Herstellung von Talbotypien (Sunpictures).
1. Geschichtliches
Der Salzprint (Talbotypie) gilt als das älteste
fotografische Positivverfahren neben der Daguerreotypie. Entwickelt im Jahr 1834 von
William Henry Fox Talbot, gilt es heute als das Ur-Negativ/Positivverfahren der
Fotogeschichte.
2. Prinzip des Verfahrens
Ein in einer Kochsalzlösung gebadetes Papier wird nach dem
Trocknen mit einer Silbernitratlösung eingestrichen und somit lichtempfindlich gemacht.
Wird nun ein aufgelegtes Negativ in der Sonne oder unter
einer künstlichen UV-Lichtquelle belichtet, so baut sich das positive Bild langsam auf.
Entwickeln ist nicht nötig, denn es handelt sich um ein Auskopierverfahren.
3. Praktische Durchführung
Der Salzprint benötigt sehr harte Negative in der
gewünschten Bildgröße. Der Kontrastumfang sollte mindestens 2,1 D log umfassen, d.h.,
eine Kopie auf handelsüblichem Barytpapier ist bestenfalls auf Gradation "0"
möglich! Generell eignen sich für die Beschichtung fast alle gut geleimten Papiere. Es
empfiehlt sich allerdings ein Test, wenn größere Mengen gekauft werden sollen.
Sensibilisierungslösung:
A) 2,5%ige Kochsalzlösung (Leitungswasser)
B) 12,0%ige AgNO3 Lsg.
Wichtig: Die Kochsalzlösung darf nicht konzentrierter als
2,5%ig sein, da bei Anwesenheit von zu viel NaCl keine optimale chem. Umsetzung mit dem
aufgetragenen Silbernitrat stattfindet. Die Folge: Fleckenbildung!!
In Lösung A wird das Papier ca. 3 min gebadet (ohne
anhaftende Luftblasen), anschließend an der Luft getrocknet.
Lösung B wird vor Gebrauch noch ammoniakalisch gemacht,
d.h., sie wird so lange mit konzentriertem Ammoniak versetzt, bis sich die zunächst
bildende Eintrübung wieder auflöst und die Lösung wieder wasserklar ist. Diese
Silbernitratlösung wird nach dem »salzen« und Trocknen des Papiers mit einem
Schaumstoffpinsel aufgestrichen. Überschüssige Lösung wird mit einer alten Zeitung
"abgelöscht". Ist die Kopie fleckig, muß zweimal beschichtet werden (Ohne
Zwischentrocknung).
Trocknen
Das Papier ist nun lichtempfindlich und kann entweder an der
Sonne im Kopierrahmen oder unter der UV-Lampe unter einer dicken Glasscheibe belichtet
werden. Der Fortschritt des Kopierens kann jederzeit direkt verfolgt werden.
Nach abgeschlossener Belichtung wird das Bild ca. 1 min
in Leitungswasser gewaschen, bevor es gründlich fixiert wird. Im Fixierbad wandelt sich
der anfänglich wunderschöne schwarzviolette Bildton leider in einen weniger schönen
Van-Dyke-Brown Ton um, der jedoch mit zunehmender Trocknung des Bildes wieder ein wenig
ansehnlicher wird. Keine Panik also!!
Goldtonung
Einen schönen Ton erhält man, wenn der Print in einem
Goldtoner nach folgendem Rezept getont wird:
25ml 1%ige Goldchlorid (braun)- Lösung wird soviel 2%ige
Thioharnstofflösung zugesetzt, bis der sich bildende Niederschlag sich wieder auflöst.
Hierauf wird auf 1ltr. mit dest. Wasser aufgefüllt und 0,5g
Zitronensäure und 10g Natriumchlorid zugesetzt. Ende. Es ist darauf zu achten, daß kein
Fixierbad in den Toner verschleppt wird!
Der aus der Tonung resultierende Bildton liegt - je nach
Tonungsdauer - zwischen Sepia und Blauschwarz.
Chemikalienliste:
50g Silbernitrat (ca. 150,-€), Kochsalz, dest. Wasser, Ammoniak
Optional: Goldchloridtoner 1 l ca. 40,-€.
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