Ziatypievon Dick Sullivan (Übersetzung D. Münzberg)
Geschichte.Die Ziatypie wurde in den Laboratorien von Bostick & Sullivan entwickelt. Ich suchte einen Weg zur besseren Kontrast- und Farbtonsteuerung des bekannten Platin/Palladiumverfahrens. Etwa 20 Jahre vorher hatte ich versucht, den von Pizzighelli Ende des 18. Jahrhunderts entwickelten Platin-Auskopierprozess zu standardisieren. Mit wenig Erfolg. Mitte der 80er Jahre entwickelte Dr. Michael Ware eine Variation des POP (Print-out-Procss) von Pizzighelli, mit der er eine kleine Fangemeinde glücklich machte. Mein Verfahren, die Ziatypie ist ebenfalls eine Variation des POP-Prozesses. Es verwendet Lihium/Palladium-chlorid als bildgebendes Metall und Ammoniumeisen-III-Oxalat als lichtempfindliche Eisenverbindung. Im Pizzighelli und P. Malde-Prozess erreicht man Farb- und Kontraststeuerung im wesentlichen durch unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalt der Kopierschicht. Wobei die Kontrastleistung unmittelbar verbunden ist mit dem Farbton des Bildes, d.h. braun = kontrastarm, neutral bis blauschwarz = kontrastreich. Prinzipiell sind die Bilder jedoch als eher weich zu bewerten. Bei meinem Prozeß, der Ziatypie, geschieht die Kontrast- und Farbsteuerung auf chemischem Weg, was flexiblere Steuerung des Verfahrens und bessere Reproduzierbarkeit der Ergebnisse bedeutet. In den letzten Jahren hat die Ziatypie einige Veränderungen erfahren, die ich hier in diesem Papier aufzeigen möchte. Wir von B & S sind bestrebt, daß Verfahren auch in Zukunft weiter zu vereinfachen und die Handhabung für den Kunden sicherer und kontrollierbarer zumachen. Die Vorteile der Ziatypie.
Ziatypie Kit 25 ml:
Weiteres Material:sie brauchen:
Verfahrensschritte step by step.Die Ziatypie reagiert etwas empfindlicher auf Umgebungslicht als der normale Palladiumprozess.Alle Prozesse sind deshalb bei gelbem Licht oder sehr schwachem Glühlampenlicht (15 W) durchzuführen. Emulsion.Für einen 8x10 inch Print
benötigen sie etwa 15 Tropfen (ca. 1 ml) der Ammoniumeisen-III-lösung. Wollen sie einen
wärmeren Ton, so geben sie einen Tropfen der Natriumwolframatlösung hinzu.
3 Tropfen führen zu einem warmen Sepiaton. Wenn sie die Wolframatlösung zusetzen,
kann es zu einer chemischen Reaktion (Ausfällung) kommen, die aber beim Umrühren der
Lösung wieder verschwindet. Keine Panik also! Wenn sie die Lithium/Palladiumlösung schon
zugegeben haben, dann löst sich der Niederschlag etwas schwerer wieder auf! Beschichtung.Beschichtet wird entweder mit einem Schaumstoffpinsel oder mit dem Glas rod (gebogenes Glasrohr in der Breite der Beschichtung). Die Beschichtungsmenge ist abhängig von dem Papier und beträgt in der Regel 1,5-2,0 ml Lösung für den 8x10-inch-Print. Beim Glas-rod beträgt die Menge etwa 15% weniger. Der Schlüssel zum Erfolg des Verfahrens liegt in der richtigen Menge an Sensibilisierungslösung. Nehmen sie genug Lösung, aber nicht zu viel! Was immer das heißen mag. »Tween 20« sorgt dafür, dass die Lösung tief genug in den Papierfilz eindringt. Trocknen und Befeuchten.Die Entwicklung der Bildschwärzen während der Belichtung ist bei der Ziatypie abhängig vom Feuchtigkeitsgehalt der Kopierschicht. Dieser Teil des Prozesses ist sehr variabel und unterliegt dem Geschmack des Printers. Unerfahrene Printer sollten sich zunächst an die u.a. Verfahrensweise halten um dann später zu eigenen Methoden zu kommen. One Step DreyingDies ist die beste Methode, um ein stimmiges Schwarz zu bekommen. Also: zuerst beschichten, dann das Papier für zwei oder drei Minuten liegen lassen. Dann mit dem kalten Fön das Papier trocknen, bis die Oberfläche soeben trocken ist. Testen für den richtigen Zeitpunkt. Auf den Ton des Papieres achten, wenn man es mit dem Finger anklickt! Der Ton sollte weicher klingen, als bei trockenem Papier. Testen! Das Papier darf auf keinen Fall so feucht sein, dass die Negative auf ihm festkleben! Der Einsatz einer hauchdünnen Mylar-Folie zwischen Papier und Negativ ist zu empfehlen!! The paper is now ready to print. Wie einfach!! Wie auch immer man das Papier trocknet, jeder muß für sich herausfinden, welcher Feuchtigkeitsgrad und damit welcher Farbton des Prints wie erreicht werden kann. Zwischen 70 und 80% Luftfeuchtigkeit ist optimal. Die beste Methode der kontrollierten Befeuchtung ist sicher die, daß man sein Labor mit einem Luftbefeuchter (hier tuts auch ein dampfender Wassertopf!) auf die entsprechende Luftfeuchtigkeit bringt und das Papier ruhig 20-30 Minuten in dieser Atmosphäre trocknen läßt. Die Ergebnisse sind optimal und vor allem reproduzierbar. Vorbereitung für die Belichtung.B&S schlägt die Benutzung eines geteilten Kopierrahmens vor. Ich bin dagegen. Warum? Wenn man tatsächlich nach einer gewissen Belichtungszeit nachsieht, ob die Belichtung schon ausreichend war, so ändern sich spontan die Feuchtigkeitsverhätnisse im Papier und es kommt zu Veränderungen des Farbtons der Schicht (remember: je trockener, desto braun!) und man bekommt mit Sicherheit bei einer weiteren Belichtung zwei genau an der Schnittstelle geteilte, unterschiedliche Farbtöne im Print. Besser ist der Belichtungstest mit anschließender kontinuierlicher Belichtung. Für die Belichtung bieten sich folgende Methoden an:
Anordnung der Komponenten von oben nach unten:
NegativeDie Negative für die Ziatypie
sollten mindestens den Dichteumfang haben, den sie auch für den klassischen
Platin/Palladium-POP-Prozeß haben sollten. Schleier max. 0.2, Dmax 2.0
oder wenig mehr. Man bedenke: 0.3 entspricht jeweils einer Verdopplung der
Belichtungszeit. Also: kein zu großes Dmax, 2.0 ist ok. BelichtungDas schreibt B&S:
Empfehlenswert ist daher die
einfache Methode der Probestreifen, wie in der klassischen Fotografie. Hier ist man auf
der sicheren Seite. Nach der Belichtungwird das auskopierte Bild zunächst etwa 2 Minuten in mäßig fließendem Wasser gewässert. Als nächstes Bad empfehle ich ein höchstens! 0,5% Salzsäurebad. Hier wird das Bild so lange gewässert (ca. 5 Min.), bis der Gelbstich in den nicht belichteten Sektionen der Kopie fast vollständig verschwunden sind. Daran schließt sich entweder ein 5 minütiges Bad in 5% EDTA-Dinatriumsalz an oder alternativ 5 Minuten baden in Kodak Hypoclearing-Agent. Nach der sich anschließenden 10 min Schlußwässerung kann der Print getrocknet werden. Hier empfiehlt sich das Aufziehen mit Naßklebeband auf eine Glasscheibe. Kontrast und Color Kontrolle.Eine Steigerung des Kontrastes
erreicht man entweder durch direkte Zugabe von Quantitäten Ammoniumdichromatlösung oder
durch Verwendung von zwei unterschiedlichen Ammoniumeisen-III-oxalatlösungen, die - je
nach gewünschtem Kontrast - unterschiedlich gemischt werden. Wobei die eine, die sog.
Normallösung (ohne Zusätze) ist, die andere durch Zugabe von 0,6 g Ammoniumdichromat pro
50ml Eisenlösung »hart arbeitend« präpariert wurde. Beispiel: Litium-palladiumlösung (16%) mit Zusatz von Goldchloridlösung (5%) und Natriumwolframatlösung (10%) ergibt einen fast blauschwarzen Bildton. In Variationen dieser Lösungen sind alle o.g. Tönungen machbar. Das Spiel mit der Feuchtigkeit und der Chemie macht somit fast jede Nuance zwischen Braun und Blauschwarz möglich. Hier kann man jedenfalls viel experimentieren, um den Ton zu erreichen, den man anstrebt. Originalton B&S: Variations in color can be obtained by mixing brown additives with the gold chloride. The possibilities are endless and have not all been tested. Individual printers can develop unique combinations to suit their own needs and desires. Dies ist eine Übersetzung der Originalseite Ziatypie B&S Check out the Bostick & Sullivan web site for updated information on the Ziatype and many other technical tips on handcoated photography.
ZiatypieRezept nach R. Sullivan
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